Reisenotizen
Auftakt (10. Oktober 2026)
Wie gewohnt beginnen wir unsere einwöchige Flussreise mit einer längeren Busfahrt ab Baden-Rütihof. Nach einem ausgedehnten Zwischenhalt in Aix-les-Bains erreichen wir gegen Abend Avignon. Dort erwartet uns bereits unser schwimmendes Hotel, die «MS Excellence Rhône». Sobald alle Passagiere und Koffer an Bord sind, legt das Schiff ab und nimmt Kurs flussabwärts Richtung Süden. Unser erstes Reiseziel ist Arles, welches wir bereits am späten Abend erreichen.
Wichtig zu wissen: Wir machen diese Flussreise nach 2021 und 2023 bereits zum dritten Mal. Deshalb verzichten wir auf alle geführten Ausflüge.
Arles (11. Oktober 2026)
Die Altstadt von Arles liegt am linken Ufer der Rhone in der südfranzösischen Region Provence. Die Stadt war einst Provinzhauptstadt des Römischen Reiches und ist hauptsächlich bekannt wegen der vielfältigen Überreste aus dieser Zeit, darunter das Amphitheater von Arles, in dem heute Theateraufführungen, Konzerte und Stierkämpfe stattfinden.
Den Vormittag verbringen wir mit einem Bummel durch die sehenswerte historische Altstadt. Selbstverständlich umrunden wir auch das monumentale Amphitheater aus römischer Zeit. Rund um die Arena findet zufällig ein gigantischer und gut besuchter Flohmarkt statt. Wir bevorzugen jedoch die stillen Gassen und Plätze der Altstatt abseits der Touristenströme.
Die geplante Fahrt nach Port St. Louis an der Rhônemündung kann wegen Niedrigwasser nicht stattfinden. Somit verbringen wir einen gemütlichen Nachmittag an Bord in Arles. Schliesslich heisst die Losung Entspannung und Erholung. Am Abend geht es bereits wieder bergwärts zurück nach Avignon.
Avignon (12. Oktober 2026)
Avignon, die Stadt in der Provence im Südosten Frankreichs war Sitz der Päpste von 1309 bis 1377. Sie blieb unter päpstlicher Herrschaft, bis sie 1791 zu Frankreich kam. Ein Zeugnis dieser Geschichte ist der gigantische Papstpalast im Stadtzentrum. Die ringförmige Stadtmauer mit 39 Türmen und sieben Haupttoren ist vollständig erhalten – ein aussergewöhnliches Bauwerk.
Auch in Avignon verzichten wir auf geführte Ausflüge, stattdessen erkunden wir die Stadt auf eigene Initiative. Die historische Altstadt rund um den Papstpalast ist wirklich sehenswert. Den Papstpalast selbst haben wir während der letzten Reise 2023 ausführlich erkundet. Einzige Herausforderung dieses Mal ist das Finden des richtigen Tores durch die mächtige Stadtmauer zurück zum Schiff.
Am Nachmittag verlassen wir Avignon und erreichen nach einem technischen Zwischenstopp in Châteauneuf-du-Pape, am folgenden Morgen unser nächstes Etappenziel, Tournon.
Tournon-sur-Rhône (13. Oktober 2026)
Tournon-sur-Rhône ist eine französische Stadt mit 11 279 Einwohnern im Département Ardèche in der Region Auvergne-Rhône-Alpes, etwa 80 km südlich von Lyon. Am gegenüberliegenden Ufer befindet sich die Stadt Tain-l’Hermitage mit ihrem markanten Weinberg. Die Gegend ist bekannt für ihre hervorragenden Weine (Crozes-Hermitage).
Bei Tournon endet die imposante Gorges de l’Ardèche mit dem Pont d’Arc – ein Touristenmagnet der Sonderklasse. Hier beginnt auch die Museumsbahn «Train de l’Ardèche». Eine Schmalspurbahn, welche von historischen Mallet-Dampflokomotiven befahren wird und sich ebenfalls grosser Beliebtheit erfreut. Wir sind 2023 mit dieser Bahn durch die Gorges du Doux bis Boucieu-le-Roi gefahren. Sehr empfehlenswert.
Ausser dem imposanten Château Tournon und der Stiftskirche St. Julien gibt es hier nicht viel Interessantes zu sehen. Mit einem kurzen Bummel durch die Altstadtgassen und durch den schönen Park vertrödeln wir den Vormittag und geniessen die Mittagszeit und den Nachmittag auf dem Schiff auf der Weiterfahrt Richtung Lyon, welches wir am Abend erreichen werden.
Lyon (14. Oktober 2026)
Lyon ist die drittgrösste Stadt in Frankreich mit ca. 550 000 Einwohnern (Metropolregion ca. 1,4 Mio.). Sie liegt am Zusammenfluss von Rhône und Saône (La Confluence). Ihre Geschichte reicht zurück bis in die Zeit der Römer und ist heute ein bedeutendes Zentrum für Wirtschaft, Kultur, Bildung und Kulinarik. Touristisch bekannt ist hauptsächlich die Altstadt mit ihren engen Gassen sowie die Hauptsehenswürdigkeiten Basilika Notre-Dame de Fourvière und die Place Bellecour.
Lyon und ihre Sehenswürdigkeiten haben wir während der letzten zwei Reisen mit ausgezeichneten Stadtführungen kennengelernt. Dieses Mal besuche ich zu Fuss das Viertel am Zusammenfluss der beiden Flüsse. Mich interessiert die moderne Architektur mit dem «Cube Orange», dem «Cube Vert» und natürlich dem «Musée des Confluences». Dessen futuristische Architektur ist gewöhnungsbedürftig – mit persönlich gefällt’s.
Weiter geht’s am Abend auf der Saône Richtung Burgund. Nächster Halt in Trévoux mit Ankunft um 22 Uhr.
Trévoux → Chalon-sur-Saône (15. Oktober 2026)
Heute ist Reisetag. Trévoux verlassen wir bereits am frühen Morgen und fahren durch das südliche Burgund (Beaujolais) bis Macon (Mâconnais). Hier verlassen die Ausflugsgäste zur «Abbaye de Cluny» das Schiff, welches gleich weiterfährt bis Tournus (Côte Chalonnaise), wo die Ausflügler wieder zusteigen. Dann geht’s weiter bis Chalon-sur-Saône (Côte Chalonnaise), welches wir abends um 18 Uhr erreichen.
Die «Abbaye de Cluny» wurde im Jahr 910 in Burgund gegründet. Sie entwickelte sich rasch zum bedeutendsten Klosterzentrum des mittelalterlichen Abendlandes. Im 11. und 12. Jahrhundert entstand mit Cluny III eine gewaltige Abteikirche, die bis ins 16. Jahrhundert als grösste Kirche der Christenheit galt. Ihre Dimensionen waren beeindruckend: Das Hauptschiff war rund 30 Meter hoch.
Mit der Französischen Revolution begann der endgültige Niedergang. 1791 verliessen die letzten Mönche die Abtei. Anschliessend wurde die Anlage verkauft und die Kirche weitgehend als Steinbruch abgetragen. Heute zeugen die verbliebenen Mauern und Gebäudeteile von der einstigen Grösse dieses bedeutenden europäischen Kultur- und Glaubenszentrums.
Chalon-sur-Saône (16. Oktober 2026)
Märkte in Frankreich sind immer einen Besuch wert. Die Frische und Vielfalt von Gemüse und Früchten sind einmalig. Die Auswahl und die Qualität des Fleisch- und Fischangebotes gibt es wohl nirgendwo sonst – jedenfalls nicht bei uns in der Schweiz. Über den Käse wollen wir gar nicht sprechen. Wir schlendern zwischen den Marktständen durch und können uns kaum sattsehen. «Leider» verirre ich mich noch in ein Hutgeschäft, welches ich mit einem teuren Bailey-1922-Hut (Curtis) stolz wieder verlasse – sozusagen als Reise-Souvenir.
Am Nachmittag folgen die letzten Flusskilometer auf der Saône bis zu unserem Zielort St. Jean de Losne. Meiner Meinung nach der landschaftlich schönste Abschnitt der schiffbaren Saône. Das Ziel erreichen wir gegen Abend.
St. Jean de Losne (17. Oktober 2026)
Eine weitere schöne und interessante Flussreise endet. Nachdem alle Koffer gepackt und in die Busse verladen sind, startet die Heimreise um 9 Uhr via Basel nach Baden-Rütihof.