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Der Untergang der «SS Andrea Doria»

Am 25. Juli 1956 kollidierte die «MS Stockholm» im Nordatlantik bei Nantucket mit dem italienischen Luxusliner «SS Andrea Doria» (ich erinnere mich). In einer grossen Rettungsaktion konnten 1660 Menschen gerettet werden, 51 Menschen starben.

Die «Andrea Doria» sank am Ort der Kollision, während die «MS Stockholm» trotz abgerissenem Bug New York erreichen konnte. In den nächsten Jahren wechselte die «MS Stockholm» viele Besitzer und trug dabei elf verschiedene Namen, beispielsweise von 1960 bis 1985 als DDR-Ferienschiff «Völkerfreundschaft» und von 2013 bis 2016 als Kreuzfahrtschiff «Azores».

Ab 2016 fuhr das Schiff unter dem Namen «Astoria» und unternahm Kreuzfahrten im Mittelmeer und in Nordeuropa. Ab 2020 wechselte das Schiff wieder mehrmals den Besitzer und den Namen, allerdings ohne weitere Kreuzfahrten.

Seit 2025 liegt die «Astoria» im Hafen von Gent (Belgien) und wird nun abgewrackt und verschrottet. Die «Astoria» war das am längsten im Dienst stehende Kreuzfahrtschiff weltweit.

Ich entdeckte sie am 22. Mai 2026 während der Durchfahrt durch den Hafen von Gent.

Die «Astoria» in Gent beim Abwracken

Hintergrund

Die Kollision der SS Andrea Doria mit der MS Stockholm gehört zu den bekanntesten Schiffsunglücken des 20. Jahrhunderts.

Die beteiligten Schiffe

  • Die Andrea Doria war das Flaggschiff der italienischen Reederei und galt als eines der modernsten und schönsten Passagierschiffe ihrer Zeit.
  • Die Stockholm war ein kleineres schwedisches Passagierschiff auf dem Weg von New York nach Göteborg.

Der Unfall

Am Abend des 25. Juli 1956 befanden sich beide Schiffe vor der Küste von Nantucket (Massachusetts, USA) in dichtem Nebel. Obwohl beide über Radar verfügten, interpretierten die Offiziere die Radardaten unterschiedlich. Jede Besatzung ging davon aus, dass die andere ein bestimmtes Ausweichmanöver durchführen würde. Dadurch gerieten die Schiffe auf Kollisionskurs.

Um 23.10 Uhr rammte die Stockholm die Steuerbordseite der Andrea Doria. Der verstärkte Bug der Stockholm drang tief in den Rumpf des italienischen Schiffes ein und verursachte einen mehrere Decks hohen Riss.

Folgen

Die Andrea Doria nahm rasch Wasser auf und bekam eine starke Schlagseite nach Steuerbord. Dadurch konnten etwa die Hälfte ihrer Rettungsboote nicht mehr benutzt werden. Trotzdem blieb das Schiff noch rund 11 Stunden schwimmfähig. Dies gab genügend Zeit für eine grossangelegte Rettungsaktion.

Mehrere Schiffe eilten zur Hilfe, darunter der französische Ozeandampfer Île de France. Dank der geordneten Evakuierung konnten die meisten Menschen gerettet werden.

Opfer

  • 46 Menschen auf der Andrea Doria kamen ums Leben.
  • 5 Besatzungsmitglieder der Stockholm starben ebenfalls.
  • Insgesamt gab es 51 Todesopfer.

Von den 1706 Menschen an Bord der Andrea Doria wurden etwa 1660 gerettet.

Untergang

Am Morgen des 26. Juli 1956 kenterte die Andrea Doria schliesslich und sank in den Atlantik. Das Wrack liegt heute in etwa 76 Metern Tiefe und ist eines der bekanntesten, aber auch gefährlichsten Tauchziele der Welt.

Bedeutung

Das Unglück war besonders erschütternd, weil beide Schiffe mit moderner Radartechnik ausgestattet waren. Die Untersuchung ergab, dass nicht ein technischer Defekt, sondern eine Kombination aus Nebel, Fehlinterpretationen der Radardaten und menschlichen Fehlentscheidungen zur Katastrophe führte. Das Ereignis beeinflusste später die Ausbildung von Nautikern und die Nutzung von Radar auf See.

Ein bemerkenswerter Aspekt ist, dass die Katastrophe trotz der Schwere der Kollision nicht zu einem Massensterben wie bei der Titanic führte. Die lange Schwimmfähigkeit der Andrea Doria, die schnelle Hilfe anderer Schiffe und die verbesserte Funkkommunikation retteten mehr als 1600 Menschen das Leben.